An den Felsen von Saint Guénolé wird ein Film gedreht – wie herrlich!

Unter der Regie von Josée Dayan wird im südlichen Finistère der Krimi Entre deux mondes gedreht. Auch der Hafen von Saint Guénolé, ( Der Hafen von Saint Guénolé➥ ) über den ich kürzlich berichtet habe, wird eine entscheidende Rolle spielen.

Ich habe die Handlung recherchiert und finde, dieser Ort passt ganz phantastisch, denn es ist ein ganz besonderer Platz – eben ein Platz zwischen zwei Welten… – und nun wird dort ein Film gedreht. Ich kann mir das seht gut vorstellen und bin jetzt schon ganz gespannt auf die Sicht dieses Küstenstreifens aus anderen Augen…

Zweimal im Jahr mache ich mich auf den langen Weg quer durch Frankreich in die Bretagne zu diesen sagenhaften Felsen von Sainte Guenole.., sie haben für mich einfach eine unwahrscheinlich magische Anziehungskraft.

Natürlich nicht nur für mich. Wenn man an schönen Tagen den G34, den alten Küstenweg der Zöllner unmittelbar am Atlantik beobachtet, der an meinem Ferienhaus vorübergeht, dann sieht man viele Menschen, die der Faszination der Felsen erliegen. Ich sage immer, wer einmal dort war, der wird immer wieder kommen… – und auf welche Einfälle der eine oder andere kommt:

Yoga am Atlantik auf den Felsen von Saint Guénolé

 

tanz_auf-Felsen

An manchen Tagen sitzt auf den Felsen am Abend ein Akkordeonspieler und spielt bretonische Lieder – eine wahnsinnig tolle, sehr authentische Atmosphäre

Musik in der Bretagne

Es gibt aber auch andere, ganz besondere Stimmungen, dann zum Beispiel, wenn die Sonne nicht scheint und wenn  noch dazu Nebel aufgezogen ist – dann erscheinen einem diese Felsen fast unheimlich – verschluckt vom Nebel, bekämpft vom Meer… trotzig, stark, gefährlich – ewig!

Nebel im Finistère - Wetter in der Bretagne

Ich habe schon einen Blogartikel verfasst über diese Rôchers de Saint Guénolé – auch über ihre Namen. Namen, die im bretonischen Wortschatz teilweise gar nicht vorkommen und von Touristen geprägt wurden.

Viel interessanter ist jedoch die Namensgebung durch die Bretonen selbst – und sich hier zurechtzufinden ist gar nicht so einfach. Aber wenn man sich letztendlich darauf einlässt ist es eine Reise in die Vergangenheit und ein Eintauchen in eine Welt der Phantasie.

Ich werde sie nicht alle heute beschreiben, sondern einfach mit den ersten beginnen. Mein Start ist dort, wo ich immer wohne – und dann gehe ich einfach den Weg weiter von Felsen zu Felsen, so wie ich es auch immer mit meiner Kamera mache und erzähle die einzelnen Geschichten, soweit ich etwas herausgefunden habe…

Also mache ich eine ganze Serie – und dieser Artikel ist das erste Kapitel- fangen wir an mit

 

Stouic…

…meinen Hausfelsen, denn er steht direkt vor dem Haus, in dem ich wohne … – und wo eben dieser Film gedreht wird…

 

Ferienhaus im Finistère - Bretagne I Fotografie Gudrun Itt

…wie ihr seht fotografiere ich auch in diesem Fall die Felsen weitaus lieber als das Haus – obwohl ich weiß, dass ich in hundert Jahren nicht schaffen werde, allen gerecht zu werden – denn viele Aufnahmen verwerfe ich wieder, weil sie nicht genau das sind, was ich will oder wollte. Aber Zeit ist ja genug – die Felsen werden letztendlich noch da sein, wenn wir es nicht mehr sind…

Stouic ist ein kleine Felsenformation zwischen Al Lestr und Viben direkt am bekannten Zöllnerweg G34 – ein kleiner Fels, der die Vorübergehenden zum Klettern verleitet und von dem man wahrlich eine eine schöne Aussicht hat, wenn man ihn erklommen hat.

Stoiuc - ein Felsen in Saint Guénolé im Finistère

Doch was heißt eigentlich Stouic? Die Beantwortung dieser Frage gestaltet sich tatsächlich als äußerst schwierig.

Bezeichnet man ihn heute manchmal im französischen als Kröte, so heißt Stouic im Sinne von se baisser, faire la référence, se mettre a genoux  im Deutschen Verbeugung.

STOUIC - Bretonischer Felsen

Doch Verbeugung vor was? In einem alten Wörterbuch wird unter anderem die Verbeugung vor Gott erwähnt? Oder waren es vielmehr Götter?

Nicht nur Pors Carn ist historisch bedeutsam – in Viben (Viben im Sinne von mibin heißt  leste – flink – aber auch schlüpfrig  – dazu ein anderes Mal mehr) Richtung Pors Carn gab es bis Beginn des 19. Jhd. noch Megalithen – ebenso wurde ein  Massengrab entdeckt mit Knochen, bei denen man vermutet sie stammen von einer Epidemie im MA.

Wovor aber nun die Verbeugung? Steckt etwas Mystisches da hinter?

Nein, irgendwie funktioniert das Ganze noch nicht in meiner Vorstellungskraft- ich werde im April, wenn ich wieder in die Bretagne reise, unter diesem Aspekt nach neuen Perspektiven suchen…

 

Weiter geht es zu einer Felsformation, bei der meine Phantasie immer Sprünge macht…

 

 Al lestr

nur ein kleines Stück weiter unten vor Stouic, direkt am Rand des Meeres –  dort liegt Al Lestr –  mein Lieblingsfelsen.

Es gibt glaube ich keine Felsformation, die ich so beruhigend finde, verrückt, oder?

Lestr - Saint Guénolé

Al Lestr liegt mal am Meer und meist im Meer, oft wird er vom Meer überrollt – dazu passen auch die beiden Interpretationen der Übersetzung.

Lestr bretonisch / französisch , navire – deutsch Schiff. Glaubt man der Überlieferung, so strandete ein Schiff auf den Felsen.  Die zweite Variante ist vaisseau – deutsch Schiff oder Gefäß  – was verständlich wird, wenn man bei Flut sieht, wie das Becken vor den beiden aus dem Meer herausragenden Felsen vollläuft.

Mein Weg führt mich hier mehrmals täglich hin. Al Lestr ist einzigartig:

Wilde Wellen und Felsen am Atlantik

Ich beobachte oft mit nicht endend wollender Bewunderung die Brandung, die über den Felsen schägt und sich dann in voller Länge hinab bis hin zur Küste kräuselt. Es scheint als würden die Wellen die beiden Felsen kämmen…

…ich glaube ich habe Al Lestr schon über hundertmal fotografiert, aber manchmal sitze ich einfach da und beobachte – fasziniert von den immer wiederkehrende Angriffen des Meers die Gleichmut Standhaftigkeit dieser Felsen.

Bretonische Küste am Atlantik I Fotografie Gudrun Itt

 

Hier entstand auch eines meiner Lieblingswellenbilder:

Wilde Wellen in der Bretagne I Fotografie Gudrun Itt

Zahlreiche weitere Aufnahmen von den Rôchers de Saint Guénolé und besonders Al Lestr findet ihr übrigens auch in meiner Landschaftsgalerie➥

 

So, aber nun genug für heute.

Also, ich muss gestehen, ich bin jetzt mal wahnsinnig auf diesen Film gespannt, über Neuigkeiten werde ich euch natürlich informieren – und ich mache in jedem Fall mit meiner „Felsenforschung“ weiter

À bientôt

Eure Gudrun

 

 

 

 

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen