Ruines de la Chapelle de Languidou

 

„Le souffle de la foi
Quand le vent erodé les calvaires et circule dans les églises sans toit.

Autrefois, les femmes qui avaient leur mari en mer allaient balayer la chapelle voisine et en jetaient la poussière en l’air, dans l’espérance  que cette cérémonie procurerait un vent favorable à leur retour. On fouettait, on jetait à l’eau les saints qui n’accordaient pas la demande qu’on leur fasait.“

 

Das Finistère fasziniert nicht nur aufgrund seiner Landschaft – es gibt auch unzählige historisch bedeutsame Bauwerke von denen viele fernab der gängigen Touristenziele liegen.

Besonders angetan haben es mir die historischen Kirchenruinen – sie haben eine ganz besondere Ausstrahlung und es ist oft so, als tauche man in eine andere, längst vergangene Welt ein.

Ein außergewöhnliches Beispiel der Kirchenbaukunst sind die Ruines de la Chapelle de Languidou, die ich schon oft besucht habe.
Chapelle de Languidou Bretagne - Fotografie Gudrun Itt

 

La Route du Vent Solaire

 

Wenn man die Küstenstraße von Penmarc’h Richtung Audierne entlang fährt, braucht man jede Menge Zeit.

Atemberaubende Ausblicke über die gesamte Küste, zahlreiche Denkmäler und nicht zuletzt die Vielfalt der Landschaft machen diese Strecke zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

Ein wunderschöner Ort, an dem man vorbeikommt, wenn man diese Route wählt, sind die Ruines de la Chapelle de Languidou oder Guidou, auch Saint Guy oder Saint Kido in Plovan. Bisher schien immer die Sonne und der Himmel war wolkenlos blau – richtiges Touristenwetter also, aber fotografisch nicht wirklich reizvoll. In diesem Jahr erwischte ich einen wahrlich mystischen Tag, der dieser Ruine hundertprozentig gerecht wurde.

 

Chapelle de Languidou Bretagne - Fotografie Gudrun Itt

 

Es gibt viele Kirchen und Kapellen im Finstère, doch eines ist allen gleich – man spürt in ihnen egal ob Ruine oder noch erhalten – eine Frömmigkeit, die geprägt ist vom Meer, die tiefgründig und einfach ist – Man spürt den jahrtausendealten Kampf der Menschen gegen das Meeres, so liegen auch viele der Kirchen in der Nähe des Wassers. Einsam – umgeben von tosenden Wellen und hinüberziehenden Wolkenfetzen.

Manchmal allerdings wird diese Stille um die Kirchen herum, dieses leise Raunen des Windes, der durch die alten Mauern zieht und von Mythen und Sagen erzählt, unterbrochen – dann nämlich, wenn die Dörfer ihr „Pardon“ feiern aber dazu ein anderes Mal mehr…

 

Die Chapelle de Languidou wurde im 12. Jahrhundert zu Ehren des Heiligen Quidou gegründet und von der Bauschule Point-Croix von Auffray Le Guiriec errichtet. Die Fensterrosette kam bei ihrem Wiederaufbau und Umbau im 16. Jahrhundert hinzu, Zur Zeit der französischen Revolution wurde sie verkauft und 1794/95 teilweise abgerissen, da ihre Steine für ein Wachhaus der Gemeinde Plovan gebraucht wurden.

Doch auch als Ruine hat die Kapelle ihren Charme und ihre Schönheit bewahrt.

 

Hier einige Aufnahmen, die an diesem sehr bretonisch, nebligen Tag – eine Witterung, die ich als Fotografin sehr gerne mag, insbesondere, wenn ich Kirchen, Kapellen und alte Granitsteingebäude fotografieren will – entstanden sind:

 

Ruines de la Chapelle de Languidou

 

 

Ruines de la Chapelle de Languidou - Fotografie Gudrun Itt

 

 

Ruines de la Chapelle de Languidou - Bretagne - Fotografie Gudrun Itt

 

 

Ach ja – … die Küstenstraße einige Kilometer weiter und  einen Tag später bei Sonnenschein – eine Weitere der unendlich vielen Lichtstimmungen der Bretagne….

 

Atlantik - Bretagne - Fotografie Gudrun Itt

 

À bientôt!

Gudrun

 

Weitere Landschaftsfotos findet ihr hier.